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PANKREASKARZINOM (BAUCHSPEICHELDRÜSENKREBS)

  Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist mit einem Anteil von zwei bis drei Prozent bei Männern der fünfhäufigste und bei Frauen der sechshäufigste aller bösartigen Tumoren. Die meisten Patienten sind 65-80 Jahre alt. Das Karzinom ist in 70-75% der Fälle im Kopf der Bauchspeicheldrüse gelegen, in 20% im Körper und in 5-10% im Schwanz des Organs. Am häufigsten entwickeln sich die Karzinome aus den Zellen des Gangsystems der Bauchspeicheldrüse.

Ursachen die zur Entstehung von Pankreaskarzinomen führen sind nur unzureichend geklärt. Bekannt ist aber, dass Raucher ein 2-3 mal höheres Risiko haben an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken als Nichtraucher. Auch Patienten mit Diabetes mellitus und einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse (chronische Pankreatitis) haben ein vermehrtes Risiko an einem Pankreaskarzinom zu erkranken. In seltenen Fällen tritt die Erkrankung familiär gehäuft auf.

Symptome treten bei Patienten mit Pankreaskarzinom in der Regel erst dann auf, wenn die Erkrankung schon weit fortgeschritten und der Tumor umgebene Strukturen infiltriert hat. Häufig bestehen uncharakteristische Symptome wie Übelkeit und Völlegefühl, sowie dumpfe Oberbauchbeschwerden die in den Rücken ausstrahlen. Bei vielen Patienten tritt als erstes Symptom eine Gelbsucht (Ikterus) aufgrund einer Einengung des Gallengangs durch den Tumor auf.

Die chirurgische Entfernung des Pankreaskarzinoms ist die einzige Therapie die eine Aussicht auf Heilung verspricht. Da der Tumor meistens erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert wird, besteht leider nur bei 25% der Patienten die Möglichkeit den Tumor durch eine Operation vollständig zu entfernen. Sitzt das Pankreaskarzinom im Kopf des Organs, so besteht die Möglichkeit die nach den Chirurgen Kausch und Whipple benannte Operation durchzuführen, bei der der Kopf der Bauchspeicheldrüse mitsamt des Zwölffingerdarms, des Gallengangs mit Gallenblase und des unteren Magenanteils entfernt wird. Heute wird die Operation so modifiziert, dass der Magen komplett erhalten werden kann (Modifikation nach Traverso). Um den Abfluss des Bauchspeicheldrüsensekretes sowie des Gallensaftes nach Entfernung des Zwölffingerdarms wiederherzustellen, werden das verbleibende Pankreas, der Gallengang sowie der Restmagen mit dem oberen Anteil des Dünndarms verbunden. Damit das aggressive Bauchspeicheldrüsensekret die Heilung der neu angelegten Verbindungen nicht beeinträchtigt, wird dieses Sekret in unserer Klinik über einen kleinen Schlauch aus der Restbauchspeicheldrüse nach außen abgeleitet. Dieser Schlauch kann nach der Operation problemlos entfernt werden. Liegt der Tumor im Bauchspeicheldrüsenschwanz ist die Operation weniger umfangreich, es erfolgt dann die Entfernung des Pankreasschwanzes sowie der Milz. Da die Drainage des Bauchspeicheldrüsensekretes in den Zwölffingerdarm erhalten ist, muss das Organ nicht mit dem Dünndarm verbunden werden, sondern wird verschlossen.

Bei fortgeschrittenem Tumorstadium kann eine vollständige Tumorresektion häufig nicht mehr durchgeführt werden. Das Ziel der Behandlung ist es dann, die Symptome des Patienten zu lindern. Bei Gallensekretrückstau und Gelbsucht muss der Gallenabfluss wiederhergestellt werden. Dies kann endoskopisch durch die Einlage eines Schlauches (Stent) in den Gallengang geschehen oder durch eine Operation, bei der ein Darmstück auf die Gallenwege genäht wird, um so den Galle-Abfluss zu sichern (sog. biliodigestive Anastomose). Wächst der Tumor in den Zwölffingerdarm ein, kommt es zu einer Störung der Nahrungspassage, das heißt, die Speise gelangt nicht oder nur schlecht vom Magen in den Darm. Mit einer Operation kann man eine Verbindung zwischen dem Magen und dem Dünndarm schaffen, um dieses Hindernis zu umgehen (sog. Gastroenterostomie).