GASTROÖSOPHAGEALER REFLUX
| Die Refluxkrankheit und die Refluxösophagitis Refluxbeschwerden sind ein alltägliches Problem, und so zeigte eine Erhebung von Nebel et al. schon 1976 bei einem befragten Kollektiv von 335 Krankenhaus-angestellten, dass 7% täglich und immerhin 36% mindestens einmal im Monat unter den typischen Symptomen wie Sodbrennen leiden.
Die Refluxerkrankung hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung im klinischen Alltag und auch in der breiten Öffentlichkeit gewonnen. Zum einen ist sie durch verschiedene Berichte in den Medien ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt (H. Güntheroth: „Das Feuer in der Brust“, Stern 41/2001, G. Stockinger: „Angriff aus der Magengrube“, Spiegel 30/2000). Zum anderen spielen vor allem die neu gewonnen Erkenntnisse über ihre Pathogenese sowie die erheblich verbesserten Methoden in der Diagnostik und auch eine erhöhte Sensibilität der Untersucher für dieses Krankheitsbild eine große Rolle. Ein häufigerer und länger andauernder Rückfluss einer größeren Menge von Magen- bzw. Darminhalt führt zum subjektiven Beschwerdebild und auch zu morphologisch fassbaren Veränderungen der unteren Speiseröhre. Nach Häufigkeit geordnet treten hier als typische Beschwerden Sodbrennen, retrosternale Schmerzen, Regurgitation (Hochwürgen) von Mageninhalt, Odyno- und Dysphagie ((schmerzhafte) Schluckbeschwerden) auf. Wenn wir nun die o.g. Symptome und/oder Schleimhautveränderungen bei einem Patienten vorfinden, sprechen wir von der Refluxkrankheit. Führt der Reflux gar zur Entzündung der Speiseröhre, liegt nach übereinstimmenden Aussagen von Blum 1976 und Isaacs 1990 eine manifeste Refluxösophagitis vor. Im Rahmen einer internationalen Konsensuskonferenz in Brüssel im Jahre 1997 wurde eine neue Definition festgelegt (Hotz 2000). Danach schließt der Begriff „gastro-ösophageale Refluxkrankheit“ alle Personen ein, die 1. dem Risiko für organische Komplikationen durch die Refluxkrankheit ausgesetzt sind und/oder 2. rezidivierend über Refluxbeschwerden mit zum Teil erheblicher Einschränkung der Lebensqualität klagen. Die organbezogenen Komplikationen betreffen einerseits die Ösophagitis in den verschiedenen Schweregraden, angefangen von kleinsten Erosionen bis hin zur Striktur oder dem Barrett-Syndrom/-Karzinom. Andererseits gibt es die extra-ösophagealen Komplikationen wie Asthma, Aspirationspneumonie und Laryngitis infolge eines gesteigerten gastro-ösophagealen Säurerefluxes. ![]() Ursachen für die Entstehung der Refluxkrankheit
1. Ein inkompetenter unterer Ösophagussphinkter (UÖS) 2. Eine gestörte Clearance-Funktion des Ösophagus 3. Die Zusammensetzung des Refluats (Salz- und Gallensäuren, Pepsin etc.) 4. Eine ungenügende Abwehrfunktion der Schleimhaut (Bennett 1988, Dent 1987, Dodds 1988) 5. Das Vorliegen einer Hiatushernie 6. Erhöhter intraabdomineller Druck 7. Störungen der Magenentleerung |


